Was blüht denn hier?

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Das schüchterne Veilchen im Frühlingsbuchenwald — duftet kaum, aber leuchtet.
Tafel Wald-Veilchen
Veilchengewächse› im Stammbaum
Foto Wald-Veilchen 1Foto Wald-Veilchen 2

Veilchen ist nicht gleich Veilchen

In Deutschland gibt es etwa 15 heimische Veilchen-Arten — alle ähnlich, aber eindeutig unterscheidbar. Das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) hat dunklere Blüten als die Schwester Hain-Veilchen (V. riviniana) und der Sporn ist dunkler violett, fast dunkelblau. Botaniker schauen sich genau diese kleinen Details an — Wald-Veilchen-Sporn, Hain-Veilchen-Sporn — ein Spezialgebiet.

Doppelte Bestäubungsstrategie

Im Frühling produziert das Wald-Veilchen wunderschöne, geöffnete Blüten — die werden von Insekten bestäubt. Im Sommer entwickelt es dann zusätzlich kleine, geschlossene Knospen, die sich selbst bestäuben („kleistogame Blüten“). So ist die Pflanze unabhängig vom Insektenbesuch: Plan A im Frühling, Plan B im Sommer. Eine Doppelstrategie, die nur wenige heimische Pflanzen kennen.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Niedrig (5–20 cm) wachsend, mit gestielten herzförmigen Blättern. Blüten 1,5–2 cm, dunkelviolett, mit nach hinten gerichtetem dunkelviolett-blauem Sporn (NICHT hell wie bei V. riviniana). Geruchlos oder kaum duftend.
Indikator alte Buchenwälder
V. reichenbachiana ist eine wertvolle Zeigerpflanze für naturnahe Buchen- und Eichen-Hainbuchen-Wälder. Wo sie in Beständen wächst, ist der Wald biologisch wertvoll.