Was blüht hier?

Die digitale Pflanzensammlung von Michael Baur
Heimische Flora im modernen Online-Format.
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Nr. 17 · Frühblüher der Wiese

Persischer Ehrenpreis

Veronica persica
Einwanderer aus dem Orient – heute auf jedem Acker zu Hause.
Tafel Persischer Ehrenpreis
Foto Persischer Ehrenpreis 1

Blau wie der Himmel über Persien

Der Persische Ehrenpreis wurde um 1800 aus dem Nahen Osten nach Europa gebracht, vermutlich mit Getreidesamen. Binnen weniger Jahrzehnte hatte er sich über ganz Mitteleuropa ausgebreitet – ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen Neophyten. Seine himmelblau leuchtenden Winzigblüten machen ihn zu einem der auffälligsten Ackerwildkräuter des Frühjahrs, auch wenn kaum jemand seinen Namen kennt.

Vier Blütenblätter im Himmelsblau

Die Blüten des Persischen Ehrenpreises folgen dem klassischen Ehrenpreis-Bauplan: vier Blütenblätter, das unterste kleiner und blasser als die anderen drei. Aus der Nähe ist jede Blüte ein kleines Kunstwerk – mit dunklen Adern auf hellblauem Grund. Dass so viele Menschen an diesen Blüten täglich vorbeigehen, ohne sie zu bemerken, ist einer der übersehenen Schönheitsverluste des Alltags.

Wissenswertes & Merksätze

Herzförmige Kapsel
Das sicherste Bestimmungsmerkmal: Die reife Samenkapsel ist auffällig herzförmig eingebuchtet – unverwechselbar unter den Ehrenpreis-Arten.
Fast ganzjährig
In milden Wintern blüht der Persische Ehrenpreis von Februar bis November – nur Frost stoppt ihn kurzfristig. Einer der ausdauerndsten Blüher überhaupt.
Drei heimische Brüder
Gamander-, Efeu- und Feld-Ehrenpreis blühen ähnlich, aber alle haben kleinere Blüten. Der Persische ist mit Abstand die grossblütigste Art – gut zu unterscheiden.