Was blüht denn hier?

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Die berühmteste „Unkraut“-Pflanze — gefürchtet, gemieden, total unterschätzt.
Tafel Große Brennnessel
Brennnesselgewächse› im Stammbaum
Foto Große Brennnessel 1

Warum sie brennt

Die Brennhaare auf Blättern und Stängel sind kleine Glasspritzen: Wenn die Spitze abbricht, dringt der Inhalt in die Haut — eine Mischung aus Ameisensäure, Histamin und Acetylcholin. Diese Cocktail-Mischung sorgt für den charakteristischen Brennschmerz und die Quaddeln. Pflanzliche Selbstverteidigung in Perfektion — und ein wichtiges Schutzsystem gegen Tierfraß.

Wildgemüse-Star und Schmetterlings-Kinderzimmer

Die Brennnessel ist eine der wertvollsten Wildpflanzen: eiweißreich (bis 8 % Protein), reich an Eisen, Vitamin C, Mineralstoffen — ein wahres Superfood. Als Spinat-Ersatz, Suppe, Smoothie. Beim Kochen oder Trocknen verschwinden die Brennhaare. Zusätzlich ist sie die wichtigste Raupenpflanze für Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs und C-Falter — die Schmetterlings-Vielfalt im Garten hängt direkt mit Brennnesseln zusammen.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Aufrechter, kantig-gefurchter Stängel (50–200 cm), dicht mit Brennhaaren besetzt. Blätter gegenständig, eiförmig-lanzettlich, am Rand grob gezähnt, beidseitig brennend. Blütenstand hängende Rispen aus winzigen grünlichen Blüten.
Zweihäusig
Urtica dioica heißt „zweihäusig“ — männliche und weibliche Blüten sind auf verschiedene Pflanzen verteilt. Männliche Pflanzen haben aufrecht stehende, gelblich-grüne Blütenstände, weibliche hängende, später bräunliche. Die kleinere einhäusige Brennnessel (U. urens) hat beide Geschlechter auf einer Pflanze.