Was blüht denn hier?

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Eine Lippenblütlerin für Feuchtwiesen — versteckt-elegant am Bachufer.
Tafel Sumpf-Ziest
Lippenblütler› im Stammbaum
Foto Sumpf-Ziest 1Foto Sumpf-Ziest 2

Lippenblüten als Insekten-Architektur

Wie alle Lippenblütler hat auch der Sumpf-Ziest die typische zweilippige Blütenform: Eine helmartige Oberlippe schützt Staubblätter und Narbe, eine dreilappige Unterlippe dient als Landeplatz und Lockfeld. Diese Konstruktion ist perfekt auf Hummeln zugeschnitten — sie kriechen tief in die Blüte, streifen dabei mit dem Rücken die Staubblätter und tragen den Pollen weiter.

Heilpflanze, die niemand mehr kennt

Im Mittelalter war der Sumpf-Ziest eines der wichtigsten Wundheilkräuter: Frische Blätter wurden auf Schnittwunden gelegt und sollen tatsächlich antibakteriell und blutstillend gewirkt haben. Heute ist er aus den Apotheken verschwunden — moderne Mittel sind effizienter, und das Sammeln in der Natur ist wegen des Habitatverlusts unverantwortlich geworden.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennungszeichen
Kantiger, kurzhaariger Stängel, 30–80 cm. Blätter lanzettlich, fast sitzend, am Rand grob gezähnt. Blüten in lockeren Quirlen am Stängel, rosalila mit weißen Linien auf der Unterlippe.
Standortzeiger
Sumpf-Ziest steht für intakte, mäßig nährstoffreiche Feuchtwiesen — Bachufer, Gräben, nasse Senken. Bei Entwässerung verschwindet er rasch.