Was blüht hier?

Die digitale Pflanzensammlung von Michael Baur
Heimische Flora im modernen Online-Format.
‹ Zurück zur Übersicht
Nr. 13 · Frühblüher der Wiese

Blaustern

Scilla siberica
Zwei Blätter, leuchtendes Blau – und ein Frühlingsbote, der im Laub verschwindet.
Tafel Blaustern

Stern oder Glocke – zwei Schwestern zum Verwechseln

Die Gewöhnliche Sternhyazinthe und der Blaustern sind entfernte Verwandte und blühen zur selben Zeit in denselben Blau-Violett-Tönen. Der Unterschied liegt in der Blütenform: Die Sternhyazinthe öffnet ihre sechs Blütenblätter weit sternförmig – die Blüte steht aufrecht in der Sonne. Der Blaustern hingegen hängt glockenförmig herab. Mit etwas Übung ist der Unterschied im Feld sofort erkennbar – und ein schöner Anlass, genauer hinzuschauen.

Das Lichtfenster nutzen

Wie alle frühen Zwiebelgewächse des Waldbodens folgt die Sternhyazinthe einer präzisen Strategie: Sie blüht und fruchtet, bevor der Laubaustrieb das Licht abschneidet. In lichten Eichen- und Hainbuchenwäldern, auf alten Obstwiesen und an Waldrändern bildet sie oft dichte Teppiche. Im Mai ist sie spurlos verschwunden – bis zum nächsten Februar. Zwei Blätter – Merkmal im Namen:'Bifolia' = zweiblättrig. Die zwei schmalen Grundblätter, die den Blütenschaft umfassen, sind das sicherste Merkmal im Feld.

Wissenswertes & Merksätze

Sternförmig vs. glockenförmig
Blüte weit geöffnet und sternförmig aufrecht = Sternhyazinthe. Blüte glockenartig hängend = Blaustern. Im direkten Vergleich sofort erkennbar.
Früher Bestäuber-Magnet
In Jahren mit mildem Winter einer der allerersten Nektar-Lieferanten – für frisch erwachte Hummelköniginnen kann die Sternhyazinthe lebensrettend sein.