Was blüht denn hier?

Mein Online-Bestimmungstool
‹ zur Startseite ‹ zur Übersicht
Pflanze, die Seife macht — wirklich, kein Witz.
Tafel Gewöhnliches Seifenkraut
Nelkengewächse› im Stammbaum
Foto Gewöhnliches Seifenkraut 1

Eine Seife aus der Wiese

Wer die Wurzeln und Blätter des Seifenkrauts in Wasser zerquetscht, kriegt tatsächlich Schaum — die Pflanze enthält Saponine, oberflächenaktive Substanzen, die wie chemische Seife wirken. Im Mittelalter und bis weit ins 19. Jahrhundert war Seifenkraut DAS Waschmittel für empfindliche Stoffe wie Seide und Wolle, weil es nicht zerstört. Heute wird es immer noch in der Restaurierung alter Textilien verwendet — sanfter geht’s nicht.

Aus dem Süden eingewandert

Saponaria stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wurde aber bereits in der Antike als Wasch- und Heilpflanze nach Mitteleuropa gebracht. Heute ist sie in vielen Bauerngärten verwildert und an Bachufern eingebürgert. Sie ist kein invasiver Neophyt — bleibt meist in moderaten Beständen und konkurriert nicht mit heimischen Arten.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Aufrechter, oft niederliegender Stängel mit gegenständigen, lanzettlichen Blättern (drei deutliche Längsrippen). Blüten zart rosa, fünf Blütenblätter (manchmal gefüllt-mehrfach), aufgeblasene Kelche mit langem Schlund. Häufig in lockeren Trauben.
Probier’s mit dem Seifentest
Wer die Pflanze nicht sicher erkennt, kann sie testen: Ein paar Wurzeln zerquetschen, in einem Glas mit Wasser schütteln — wenn’s schäumt, ist es Seifenkraut. Saponine sind ungiftig in kleinen Mengen, aber nicht zum Trinken.