Was blüht denn hier?

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Violette Blütenkerzen über der Sommerwiese – mit einem raffinierten Hebel-Trick für Hummeln.
Tafel Wiesen-Salbei
Lippenblütler› im Stammbaum
Foto Wiesen-Salbei 1Foto Wiesen-Salbei 2

Violette Kerzen im Halbtrockenrasen

Ab Mai stellt der Wiesen-Salbei seine kräftig blauvioletten Lippenblüten in lockeren Scheinquirlen an aufrechten, vierkantigen Stängeln zur Schau. Die großen, runzeligen Grundblätter duften beim Zerreiben aromatisch. Man findet ihn auf Fettwiesen, Halbtrockenrasen, an Säumen und sonnigen Wegrändern – ein echter Blickfang der Sommerwiese.

Der Hebelmechanismus

Berühmt ist der Bestäubungstrick des Salbeis: Drückt eine Hummel in die Blüte, wirkt das Staubblatt wie ein Hebel und kippt nach unten – genau so, dass es den Pollen auf den Rücken des Insekts tupft. Beim Besuch der nächsten Blüte streift dieser Pollen die hervorstehende Narbe. So sichert die Pflanze die Fremdbestäubung – ein klassisches Schulbeispiel der Bestäubungsbiologie.

Wissenswertes & Merksätze

Salbei-Hebel
Das bewegliche Staubblatt arbeitet wie eine Wippe und stempelt der Hummel den Pollen auf den Rücken – Bestäubungsbiologie zum Anschauen.
Echter Salbei? Nein.
Der Wiesen-Salbei ist mit dem Küchen-Salbei verwandt, aber kein Würzkraut – seine Stärke ist die Ökologie, nicht die Küche.