Säuerliches Wildgemüse aus jeder Wiese — die Zitrone des Bauern.

Das saure Geheimnis
Die Blätter des Sauerampfers schmecken zitronensäuerlich — Oxalsäure ist verantwortlich. In kleinen Mengen ist das geschmacklich genial: In Suppen, Soßen (z. B. der echten Grünen Soße aus Frankfurt) oder Salaten gibt er einen frischen, zitrigen Akzent. In größeren Mengen kann Oxalsäure problematisch werden — daher nicht täglich, nicht großflächig essen, und auf Nieren-Probleme hinweisen.
Männlich oder weiblich, beide nötig
Sauerampfer ist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten sitzen auf getrennten Pflanzen. Die weiblichen werden später bräunlich-rotbraun (das sind die Samen), die männlichen sind zarter und produzieren Pollen. Wenn man genau hinsieht, kann man auf einer Wiese beide Geschlechter unterscheiden — ein kleines botanisches Detektivspiel.
Wissenswertes & Merksätze
Erkennen leicht gemacht
Aufrechter Stängel (30–100 cm). Blätter pfeilförmig (länglich mit ausgezogenen Basislappen), zitronensäuerlich beim Probieren. Blütenstand schmale, traubige Rispe, rötlich-grün; bei der Reife rotbraun.
Sammelregel
Junge Blätter im Frühling und Frühsommer sammeln — sie sind dann am zartesten. Später wird das Blatt zäh und die Oxalsäure-Konzentration höher. NICHT von Pflanzen sammeln, deren Boden mit Pestiziden behandelt wurde.