Was blüht hier?

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Nr. 17 · Frühblüher im Wald

Gold-Hahnenfuß

Ranunculus auricomus
Gold im Frühjahrswald – und ein Rätsel für jeden Botaniker.
Tafel Gold-Hahnenfuß
Foto Gold-Hahnenfuß 1

Das Rätsel der unvollständigen Blüten

Der Gold-Hahnenfuß leistet sich etwas botanisch fast Einzigartiges: Viele seiner Blüten sind unvollständig – einzelne Blütenblätter fehlen, manchmal ganz. Das ist kein Zeichen von Krankheit oder Stress, sondern genetisch verankert. Die Art befindet sich möglicherweise in einer evolutionären Übergangsphase und vermehrt sich zunehmend durch Apomixis – Samen ohne Befruchtung. So entstehen genetische Klone mit denselben Eigenheiten.

Altwaldzeiger im Frühjahrsgewand

Der Gold-Hahnenfuß ist kein Allerweltsgewächs. Er bevorzugt alte, strukturreiche Laubwälder mit frischen, basenreichen Böden – Standorte, die durch Abholzung und Bodenverdichtung europaweit seltener werden. Sein Vorkommen lässt sich wie ein ökologisches Zertifikat lesen: Wo der Gold-Hahnenfuß blüht, steht seit langer Zeit Wald – und der Boden erzählt eine lange Geschichte ungestörter Entwicklung.

Wissenswertes & Merksätze

Unvollständige Blüten sind normal
Fehlende Blütenblätter beim Gold-Hahnenfuß sind kein Schaden – sie sind ein botanisches Merkmal dieser Art. Wer ihn kennt, erkennt ihn sofort. 'Auricomus' = goldhaarig:Der Artname beschreibt den goldgelben Blütenglanz. Im Frühjahrswald ist er tatsächlich auffällig hell.
Unterschied zu Scharbockskraut
Scharbockskraut hat glänzende herzförmige Blätter und 8–12 Blütenblätter. Gold-Hahnenfuß hat gefiederte Stängelblätter und klassische 5 Blütenblätter (wenn vorhanden).