Was blüht hier?

Die digitale Pflanzensammlung von Michael Baur
Heimische Flora im modernen Online-Format.
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Nr. 16 · Frühblüher der Wiese

Küchenschelle

Pulsatilla vulgaris
Streng geschützt, wunderschön – und eine der ältesten Heilpflanzen Europas.
Tafel Küchenschelle
Foto Küchenschelle 1

Streng geschützt – und zu Recht

Die Küchenschelle gehört zu den streng geschützten Wildpflanzen Deutschlands. Ihr Lebensraum – magere, sonnige Kalkrasen – ist durch Aufforstung, Verbuschung und Düngung auf einen Bruchteil geschrumpft. Wer heute einen Bestand findet, blickt auf ein Stück Naturgeschichte. Die violetten Glocken inmitten des Seidenhaarkleides der jungen Blätter sind eines der eindrucksvollsten Bilder des frühen Frühjahrs.

Seidenhaare gegen den Frost

Die auffällige Behaarung der Küchenschelle ist kein Zierrat, sondern Kälteschutz: Die feinen Seidenhaare auf Blättern, Stängeln und sogar auf der Blütenaussenseite fangen Wärme und schützen das junge Gewebe vor Spätfrösten. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen noch schwanken, ist dieser natürliche Wärmepelz ein entscheidender Überlebensvorteil.

Wissenswertes & Merksätze

Streng geschützt
Pflücken, Ausgraben und Mitnehmen sind verboten und strafbar. Wer einen Bestand findet, hält die Koordinaten besser für sich.
Wachsende Haare nach der Blüte
Nach der Blüte verlängern sich die Haare der Fruchtköpfe zu langen, fedrigen Grannen – die Fruchtköpfe sehen aus wie Wollknäuel. Auch dann noch eindrucksvoll.
Zeigerpflanze der Trockenrasen
Wo Küchenschellen wachsen, ist der Boden mager, kalkreich und seit Jahrzehnten ungedüngt – ein ökologisches Zertifikat erster Klasse.