Was blüht denn hier?

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Lila-violette Spätzünderin im Rasen — und eine alte Wundpflanze.
Tafel Gewöhnliche Braunelle
Lippenblütler› im Stammbaum
Foto Gewöhnliche Braunelle 1Foto Gewöhnliche Braunelle 2

Heilpflanze mit Selbstheilungs-Image

Der englische Name „self-heal“ und der lateinische „prunella“ verweisen auf die traditionelle Anwendung: Die Braunelle galt als selbstheilende Pflanze. Im Mittelalter wurde sie für Wundheilung, Halsschmerzen und Mundentzündungen verwendet. Moderne Forschung bestätigt: Sie enthält tatsächlich entzündungshemmende und antibakterielle Stoffe (Rosmarinsäure, Triterpene). Eine der wenigen Volksheilpflanzen, deren Wirkung wissenschaftlich gestützt ist.

Klein, aber stark

Die Braunelle wirkt unscheinbar — niedrig, kompakt, oft im Rasen versteckt. Aber sie ist eine erstaunlich zähe Pflanze: Sie übersteht Mahd, Tritte, Trockenheit. Mit ihren ausläuferartigen Stängeln breitet sie sich langsam aber stetig aus. Im Spätsommer, wenn andere Wiesenblumen verblüht sind, bietet sie wertvollen Nektar für Bienen und Schmetterlinge.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Niedrige (10–30 cm), oft kriechende Pflanze. Stängel vierkantig (Lippenblütler-Familie). Blätter gegenständig, eiförmig, am Rand schwach gezähnt. Blütenstand kompakter Quirl an der Stängelspitze, blau-violette Lippenblüten. Kelch und Tragblätter oft rotbraun überlaufen — daher „Braun-elle“.
Wertvolle Spätblüherin
P. vulgaris blüht von Juni bis September — eine wichtige Spätsommer-Nahrung für Bestäuber. Im Naturgarten ein wertvoller Bodendecker, der auch in halbschattigen Lagen gedeiht.