Was blüht denn hier?

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Die rote Kerze in der Nasswiese — ein Klassiker der Wassersaum-Flora.
Tafel Blut-Weiderich
Weiderichgewächse› im Stammbaum
Foto Blut-Weiderich 1Foto Blut-Weiderich 2

Drei verschiedene Blütenformen

Der Blut-Weiderich ist berühmt für eine botanische Eigenheit: Es gibt drei genetisch verschiedene Blütentypen mit Stempel- und Staubblättern in unterschiedlichen Längenverhältnissen („Tristyle"). Bestäubung gelingt nur, wenn Pollen von einem Typ auf eine Narbe in der entsprechenden Position trifft. Charles Darwin war von diesem System fasziniert und hat es ausführlich beschrieben — ein eleganter Mechanismus zur Vermeidung von Selbstbestäubung.

Lebensraum-Bauer

Mit seinen langen Blütenähren steht der Blut-Weiderich im Hochsommer wie eine rote Kerze in feuchten Senken, an Bachufern und Auenwiesen. Er ist eine wertvolle Nektarpflanze für Schmetterlinge und gleichzeitig wichtige Brutpflanze für mehrere Käferarten. In ungeschnittenen Feuchtgebieten bildet er oft große Bestände — ein Hinweis auf intaktes Wassersystem.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennungszeichen
Aufrechter, oft kantiger und wenig verzweigter Stängel bis 1,5 m. Blätter meist gegenständig, lanzettlich, weidenähnlich. Blütenähre dicht, lang, leuchtend purpurrosa.
In Amerika invasiv, hier heimisch
Ein interessanter Fall: In Nordamerika ist Lythrum salicaria ein Problem-Neophyt, der Feuchtwiesen überwuchert. In Europa hingegen ist er eine wertvolle heimische Art, deren Schutz wichtig ist.