Was blüht denn hier?

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Eine schlichte Wiesenpflanze mit kräftiger Geschichte — der vergessene Salat.
Tafel Rainkohl
Korbblütler› im Stammbaum
Foto Rainkohl 1Foto Rainkohl 2

Salat aus dem Mittelalter

Im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert waren die jungen Blätter des Rainkohls ein beliebter Frühlingssalat — der bittere Geschmack galt als gesund (und tatsächlich regen Bitterstoffe die Verdauung an). Auch in Suppen und Eintöpfen war er ein klassischer Wiesen-Beigeschmack. Heute hat ihn keiner mehr auf dem Teller — aber probieren kannst du ihn ja selbst (zarte junge Blätter, mit Salat gemischt).

„Lapsana“ — eine alte Story

Der Name „Lapsana“ geht zurück auf das griechische „lapsane“, wie es schon im 1. Jahrhundert bei Dioskurides erwähnt wird. Über Jahrhunderte hat dieser Name in der medizinischen Literatur gestanden — und bezeichnete genau diese unscheinbare Wiesenpflanze als wichtige Nahrungspflanze für ärmere Bevölkerungsschichten. Eine Geschichte, die in den modernen Botanikbüchern fast verschwunden ist.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Aufrechter, im oberen Teil verzweigter Stängel mit weißem Milchsaft beim Anschneiden. Untere Blätter leierförmig (großes Endblatt + kleinere Seitenlappen), obere lanzettlich. Kleine gelbe Korbblüten (1 cm) in lockeren Doldenrispen.
Schmetterling und Hummel-Stop
Die kleinen gelben Körbchen werden gerne von Tagfaltern und kleineren Wildbienen besucht. In Mischwiesen mit Rainkohl ist die Insektenvielfalt deutlich höher als auf intensiv genutzten Flächen.