Sieht aus wie eine Brennnessel – ist aber keiner. Und summt dabei vor Hummeln.
Die harmlose Doppelgängerin
Wer die Weiße Taubnessel nicht kennt, meidet sie – weil sie so erschreckend der Brennnessel ähnelt. Dieselbe Blattform, derselbe gezähnte Rand, derselbe aufrechte Wuchs. Aber: kein Brennen. Die Taubnessel hat keine Brennhaare und ist vollständig harmlos. Das Wort ‚taub' im Namen bedeutet seit dem Mittelalter ‚stumm' oder ‚ohne Wirkung' – also: die Nessel, die nicht brennt. Eine Pflanze, die durch Mimikry geschützt ist, ohne selbst zu brennen.
Das Hummelhotel
Die weissen Lippenblüten der Taubnessel sind für langrüsselige Hummeln wie gemacht: Der Nektar liegt tief im Blütenrohr, nur wer weit genug hineinreicht, kommt ans Ziel. An einem sonnigen Frühlingstag summt eine Taubnesselhecke – das Geräusch der anfliegenden und abfliegenden Hummeln ist hörbar. Ein idealer Beobachtungsplatz, der keine seltene Art erfordert.
Wissenswertes & Merksätze
Brennnessel-Test
Blatt kurz anfassen – keine Brennwirkung? Weiße Taubnessel. Sofortiges Brennen? Stehen lassen! Der Test ist legal, lehrreich und macht Eindruck.
Blüten naschen
Die Blüten enthalten Nektar – man kann ihn herauslecken wie Hummel es tut. Ein unvergesslicher Moment auf der Exkursion, besonders für Kinder.
Ganzjährig fast
Die Weiße Taubnessel blüht von März bis Oktober. Fast überall. Fast immer. Eine der verlässlichsten Wildblumen für Bestäuber – und für Anfänger.