Was blüht denn hier?

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Veilchenduft am Abend — ein Schmetterlings-Hotel für die Nachtschicht.
Tafel Gewöhnliche Nachtviole
Kreuzblütler› im Stammbaum
Foto Gewöhnliche Nachtviole 1

Ein Duftauftritt nach Sonnenuntergang

Die Nachtviole macht ihrem Namen alle Ehre: Tagsüber duftet sie kaum, am Abend und in der Nacht entfaltet sie ihren intensiven, veilchenartigen Geruch. Diese Strategie zielt auf Nachtfalter, die mit ihrem feinen Geruchssinn die Pflanze auch im Dunkeln finden. Der Duft enthält Verbindungen, die auch in echten Veilchen vorkommen — daher der Name „Nachtviole“, obwohl sie zur Familie der Kreuzblütler gehört, nicht zu den Veilchen.

Aus dem Süden eingewandert

Die Nachtviole stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien und wurde seit der Antike als Zierpflanze in Bauerngärten kultiviert. Heute ist sie in Mitteleuropa eingebürgert — man findet sie an Bachufern, in Auenwäldern und an Wegrändern, oft als Garten-Flüchtling. Sie ist nicht invasiv und konkurriert nicht mit heimischen Arten.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Aufrechter, schlanker Stängel (50–120 cm). Blätter wechselständig, lanzettlich, am Rand gezähnt. Blüten in lockeren Trauben, vier Blütenblätter (2 cm), violett bis rosa-violett, selten weiß. Schoten lang, dünn, perlschnurartig.
Wildkräuter-Salat
Junge Blätter sind essbar, leicht senf-kresseartig im Geschmack. Im Frühling als Salat-Beigabe. Vorsicht bei Wildsammlung: Blätter ähneln manchmal anderen Kreuzblütlern.