Was blüht denn hier?

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Frischer Heuduft im Mai — und Geheim-Aroma deiner Bowle.
Tafel Waldmeister
Rötegewächse› im Stammbaum
Foto Waldmeister 1

Der Duft kommt erst beim Welken

Frisch gepflückt riecht der Waldmeister kaum nach etwas. Erst beim Welken oder leichten Antrocknen entwickelt er seinen charakteristischen süßen Heuduft — verursacht durch Cumarin, das beim Welkungsprozess entsteht. Daher der traditionelle Trick: Maibowle wird mit angetrocknetem Waldmeister angesetzt, nicht mit frischem. Der Aroma-Höhepunkt liegt etwa 24–48 Stunden nach dem Pflücken.

Vorsicht mit der Dosis

Cumarin ist in größeren Mengen leberschädlich. Deshalb empfiehlt die deutsche Lebensmittelbehörde nur 3 Gramm Waldmeister pro Liter Bowle — eine kleine Dosis. Industrielle Waldmeister-Aromen sind heute synthetisch (cumarin-frei), weil das echte Cumarin in zu hohen Konzentrationen problematisch ist. Trotzdem: einmal im Jahr, eine kleine Maibowle, ist absolut unbedenklich.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Niedrige Pflanze (10–30 cm). Blätter in 6–8er Quirlen am Stängel — wie auf einem Spieß aufgereiht. Stängel vierkantig, glatt. Kleine weiße Vier-Blütchen in lockeren Doldenrispen über den oberen Blattquirlen.
Indikator für alte Buchenwälder
Galium odoratum ist eine klassische Zeigerpflanze für humose, kalkhaltige Laubwälder — vor allem Buchenwälder. Wo er noch in Beständen wächst, hat man einen wertvollen alten Wald.