Was blüht denn hier?

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Süßer Wald-Schatz im Sommerhalbschatten — eine Frucht, die jede Zucht-Erdbeere alt aussehen lässt.
Tafel Wald-Erdbeere
Rosengewächse› im Stammbaum
Foto Wald-Erdbeere 1

Die Mutter aller Erdbeeren

Die Wald-Erdbeere ist die Stammform aller heutigen Garten-Erdbeeren. Sie ist viel kleiner (Frucht 1–2 cm statt 5 cm), aber dafür intensiver im Geschmack: süß, aromatisch, mit einem Hauch von Vanille und Honig, den moderne Zucht-Erdbeeren oft verlieren. Wer einmal eine richtig reife Wald-Erdbeere isst, versteht, warum sie seit Jahrtausenden als Delikatesse gilt.

Aroma-Geheimnis

Im 18. Jahrhundert wurde die Wald-Erdbeere mit der größeren amerikanischen Ananas-Erdbeere gekreuzt — daraus entstanden die heutigen Garten-Sorten. Aber: Bei der Auslese auf Größe und Lagerfähigkeit ging das intensive Aroma verloren. Forschung versucht heute, das alte Wald-Erdbeer-Aroma zurück in moderne Sorten zu züchten. Die Wild-Form bleibt der unangefochtene Geschmackssieger.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Niedrige Pflanze mit langen, oberirdischen Ausläufern. Blätter dreizählig (klee-artig), Blättchen länglich, am Rand gezähnt. Blüten weiß, fünf Blütenblätter (1–1,5 cm). Frucht rot, klein (1–1,5 cm), mit hervorstehenden Nüsschen — die echten „Samen“ der Erdbeere.
Unterscheidung zur Hügel-Erdbeere
Es gibt zwei wilde Erdbeer-Arten: F. vesca (Wald-Erdbeere, häufig) und F. viridis (Hügel-Erdbeere, seltener). Vesca: Frucht löst sich leicht vom Kelch. Viridis: Kelch bleibt an der Frucht hängen. Vesca-Früchte sind aromatischer.