Was blüht denn hier?

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Rosa wird Blau – ein Farbwechsel, der Bestäuber lenkt.
Tafel Gewöhnlicher Natternkopf
Raublattgewächse› im Stammbaum
Foto Gewöhnlicher Natternkopf 1Foto Gewöhnlicher Natternkopf 2

Die Pflanze, die ihre Farbe wechselt

Knospen und gerade aufgeblühte Blüten des Natternkopfs sind rosa-rötlich. Doch im Verlauf eines einzigen Tages verändert sich der Blütenfarbstoff – und die Blüte wird leuchtend blau. Das ist kein Zufall: Bestäuber lernen schnell, dass nur die blauen Blüten noch Nektar führen, während die rosa Knospen leer sind. Die Pflanze leitet ihre Besucher gezielt zu den lohnenden Blüten – und spart sich Energie.

Schlangenkopf und Apothekersignatur

Der deutsche Name kommt vom heraushängenden, gespaltenen Griffel, der wie eine züngelnde Schlangenzunge wirkt. Im Mittelalter glaubte man nach der Signaturenlehre, dass Pflanzen mit schlangenähnlichen Merkmalen gegen Schlangenbisse helfen würden – der Natternkopf war eines der prominentesten Beispiele. Heute weiß man: Er enthält tatsächlich pharmakologisch wirksame Alkaloide, allerdings sind diese leicht lebertoxisch.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennungszeichen
Aufrechter Stängel mit langen, lanzettlichen Blättern, die wie der ganze Stängel rauborstig behaart sind. Blütenstand mit zahlreichen einseitswendigen Wickeln. Staubblätter ragen weit aus der Blüte heraus.
Trockenheits-Spezialist
Mit seiner langen Pfahlwurzel und der dichten Behaarung übersteht der Natternkopf auch heiße, trockene Sommer. Er bevorzugt sonnige Brachflächen, Bahndämme und Schuttplätze – Orte, wo viele andere Arten aufgeben.