Was blüht denn hier?

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Kleiner als eine Münze – und doch einer der hartnäckigsten Frühlingsboten.
Tafel Frühlings-Hungerblümchen
Kreuzblütler› im Stammbaum
Foto Frühlings-Hungerblümchen 1Foto Frühlings-Hungerblümchen 2

Größe ist nicht alles

Das Frühlings-Hungerblümchen ist winzig – die Gesamtpflanze passt auf eine Briefmarke. Und doch steckt in dieser kleinen Kreuzblütlerin eine der radikalsten Überlebensstrategien des Frühjahrs: Als strenger Einjähriger hat sie keine Zeit zu verlieren. Innerhalb weniger Wochen keimt sie, blüht, bildet Samen und stirbt. Der Boden ist dann noch kalt, Konkurrenz gibt es kaum – perfekte Bedingungen für eine Pflanze, die auf Geschwindigkeit setzt.

Kein Hunger, aber ein ehrlicher Name

Der Name ‚Hungerblümchen' klingt hart, beschreibt aber treffend seinen Lebensraum: nährstoffarme, offene Böden, auf denen andere Pflanzen kaum überleben. Trockene Wegränder, sandige Böschungen, kahle Ackerstellen – dort gedeiht das Hungerblümchen, weil es genau diese Lücken braucht. Wo der Boden fett und beschattet ist, verliert es den Kampf gegen die Konkurrenz.

Wissenswertes & Merksätze

Zweigeteilte Blütenblätter
Das sicherste Erkennungszeichen – jedes der vier weissen Blütenblätter ist tief gespalten wie ein Herz. Unter der Lupe wunderschön.
Lupe empfohlen
Das Hungerblümchen erschließt sich erst richtig bei näherer Betrachtung. Mit einer Lupe werden die zierlichen Details sichtbar — und plötzlich verstehst du, warum Botaniker diese winzige Pflanze immer wieder umgetauft haben (mal „Erophila“, heute wieder „Draba“). Sie hat einfach Aufmerksamkeit verdient.