Goldgelber Strauch, der heimlich Stickstoff macht — und woraus echte Besen wurden.

Wie man einen Strauch zu einem Besen macht
Der Name ist Programm: Die langen, biegsamen, fast blattlosen Zweige des Besenginsters wurden früher tatsächlich zu Reisigbesen gebunden. Sie sind zäh, hart und so dicht beieinander, dass sie eine gute Kehrfläche bilden. Eine Praxis, die in ländlichen Gegenden bis ins 20. Jahrhundert üblich war — und im Englischen sogar im Namen steckt: „broom“ für die Pflanze, aber auch für „Besen“.
Stickstoff-Fabrik mit Schmetterlingsblüten
Wie alle Schmetterlingsblütler hat der Besenginster Knöllchenbakterien an den Wurzeln, die Luftstickstoff binden. Damit kann er auf armen, sandigen Böden wachsen, wo andere Sträucher aufgeben — und bringt diesen Böden gleichzeitig wertvollen Stickstoff. Eine Pionierpflanze, die seit Jahrhunderten verwilderte und versandete Flächen wieder fruchtbar macht.
Wissenswertes & Merksätze
Erkennen leicht gemacht
Strauch (60–200 cm) mit grünen, kantigen, fast blattlosen Zweigen. Wenige kleine, einfache Blätter (klee-artig dreizählig). Goldgelbe Schmetterlingsblüten (2 cm) einzeln oder zu zweit in den Blattachseln, im Mai-Juni in Massenblüte.
Schwach giftig
Alle Pflanzenteile enthalten Cytisin (giftiges Alkaloid). Für Vieh ungefährlich (sie meiden den Geschmack), aber Kinder sollten die hübschen gelben Blüten nicht naschen.