Was blüht denn hier?

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Der pinkfarbene Pionier nach Bränden — und der Star im Norden.
Tafel Schmalblättriges Weidenröschen
Nachtkerzengewächse› im Stammbaum
Foto Schmalblättriges Weidenröschen 1

Brandfolge-Spezialistin

Das Schmalblättrige Weidenröschen ist eine der ersten Pflanzen, die nach Waldbränden oder Kahlschlägen auftauchen — daher der englische Name „fireweed“. Die winzigen, mit Flughaaren versehenen Samen werden vom Wind kilometerweit getragen und keimen besonders gut auf nackter, mineralreicher Erde. Innerhalb weniger Jahre nach einem Brand bilden ganze Bestände rosa Blütenmeere — ein faszinierendes Bild der ökologischen Erholung.

Geschmack auf der Tundra

In Nordeuropa und Sibirien ist das Weidenröschen viel mehr als nur eine wilde Pflanze: Die jungen Triebe schmecken spargelartig, die Blüten werden zu Tee verarbeitet („Ivan-Tschai“ in Russland), und die Wurzeln waren in Hungerjahren Notnahrung. In Mitteleuropa hat es diese kulinarische Tradition kaum gegeben — schade, denn die Pflanze ist absolut essbar und vielseitig.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Hoher, kerzengerader Stängel (50–150 cm), oft in Massenbeständen. Blätter wechselständig, schmal-lanzettlich (daher „angustifolium“), weiden-ähnlich, mit deutlich roter Mittelader auf der Unterseite. Blütenstand lange Traube, leuchtend rosa-purpurfarben, vier Blütenblätter.
Verwechslung mit anderen Weidenröschen
Mit ca. 10 Arten ist Epilobium/Chamaenerion eine vielfältige Gattung. C. angustifolium ist die größte und auffälligste — Massenbestände am Waldweg. Kleinere Arten (E. roseum, E. parviflorum) haben deutlich kleinere Blüten und sind weniger imposant.