Was blüht hier?

Die digitale Pflanzensammlung von Michael Baur
Heimische Flora im modernen Online-Format.
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Nr. 18 · Frühblüher der Wiese

Viermänniges Schaumkraut

Cardamine hirsuta
Vier Staubblätter statt sechs – das kleinste Kreuzblütler-Detail mit grosser Wirkung.
Tafel Viermänniges Schaumkraut
Foto Viermänniges Schaumkraut 1

Vier statt sechs – ein botanisches Merkmal

Kreuzblütler haben normalerweise sechs Staubblätter – vier lange, zwei kurze. Beim Viermännigen Schaumkraut fehlen die beiden langen regelmäßig: nur vier bleiben übrig. Dieser Unterschied ist winzig, aber eindeutig – und hat der Art ihren deutschen Namen gegeben. Wer beim Ehrenpreis-Bestimmen schon einmal Staubblätter gezählt hat, der zählt hier weiter: eine Fertigkeit, die jeden guten Botaniker auszeichnet.

Schoten wie Stäbchen

Die reifen Schoten des Viermännigen Schaumkrauts sind unverwechselbar: lang, schmal und steil aufrecht am Stängel – wie ein Bündel dünner Stäbchen. Bei Berührung öffnen sie sich explosionsartig und schleudern die Samen fort. Dieser Mechanismus – Ballochorie – kann man im Hochsommer live erleben: Ein leichter Strich an einem reifen Stängel, und es knistert wie Mini-Feuerwerkskörper.

Wissenswertes & Merksätze

Vier Staubblätter zählen
Die Lupe heraus und Staubblätter zählen – vier statt der üblichen sechs bei Kreuzblütlern. Ein Bestimmungsmerkmal, das man nie wieder vergisst.
Verwandt mit Brunnenkresse
Cardamine-Arten sind eng mit der Brunnenkresse verwandt. Der würzige Senf-Geschmack der Blätter stammt von denselben Glucosinolaten.
Schoten-Explosion
Reife Schoten bei Berührung aufplatzen lassen – ein Demonstrationseffekt, der auf jeder Exkursion funktioniert.