Was blüht denn hier?

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Schattenliebende Frühlingspflanze mit eleganten Hängeblüten — und einer trickreichen Vermehrung.
Tafel Zwiebel-Zahnwurz
Kreuzblütler› im Stammbaum
Foto Zwiebel-Zahnwurz 1Foto Zwiebel-Zahnwurz 2Foto Zwiebel-Zahnwurz 3

Bulbillen statt Samen

Die Zwiebel-Zahnwurz hat eine Eigenart, die sie von fast allen anderen Wildpflanzen unterscheidet: In den Blattachseln bildet sie kleine, schwarz-violette Brutzwiebeln (sogenannte Bulbillen). Wenn diese reif sind, fallen sie ab und keimen direkt am Boden — die Pflanze klont sich also selbst, ohne den Umweg über Samen. Das ist effizient, aber genetisch riskant: Die Pflanze ist gegen neue Krankheiten weniger flexibel.

Bärlauch-Konkurrenz mit Stil

Wer im April durch einen Buchenwald geht und plötzlich eine elegante, hellrosa Kreuzblütler-Blüte über vielfach gefiederten Blättern entdeckt, hat meist die Zwiebel-Zahnwurz vor sich. Sie wächst oft inmitten von Bärlauch-Beständen — beide lieben kalkhaltige, humose Böden. Der Geruch beim Anschneiden: leicht meerrettichartig, wie viele Kreuzblütler.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Aufrechter, oft rötlicher Stängel. Blätter wechselständig, gefiedert mit lanzettlichen Fiederblättchen. In den oberen Blattachseln die schwarz-violetten Bulbillen — ein eindeutiges Erkennungsmerkmal. Blüten zart rosa-violett, vier Blütenblätter.
Indikator für alte Wälder
Cardamine bulbifera braucht nährstoffreiche, kalkhaltige Buchen- oder Eichenwälder mit konstanter Bodenfeuchtigkeit. Wo sie noch wächst, hat man einen wertvollen alten Wald — sie ist eine klassische Zeigerpflanze.