Was blüht denn hier?

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Ungekrönter König der Wegränder — würzig, hoch, unscheinbar berühmt.
Tafel Beifuß
Korbblütler› im Stammbaum
Foto Beifuß 1

Die Pflanze, die der Gänsebraten braucht

Wer Gänsebraten oder Sauerbraten kocht, kennt Beifuß. Die getrockneten Blätter sind eines der ältesten Würzkräuter der nordeuropäischen Küche — sie helfen, fettes Fleisch besser verdaulich zu machen. Tatsächlich enthält Beifuß Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Frische Spitzen kannst du im Sommer pflücken und trocknen — das ist viel intensiver als Supermarktware.

Heilig-mystisch

Beifuß war wohl die wichtigste Heil- und Schutzpflanze des germanischen Mittelalters. In der Sonnwendzeit wurden Kränze geflochten und Gürtel daraus gegen Müdigkeit auf langen Wanderungen getragen — daher der Name „Bei-Fuß“ (am Fuß). Selbst Karl der Große empfahl Beifuß-Anbau in jedem Klostergarten. Heute zwischen Asphalt und Bahndamm — eine Pflanze mit Wurzeln in tausend Jahren Geschichte.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Hoher, kräftiger Stängel, oft rotbraun überlaufen. Blätter wechselständig, mehrfach fiederteilig. Auffällig: Oberseite dunkelgrün, Unterseite dicht silbergrau-filzig. Blütenstand schmale, längliche Rispe mit winzigen grünlich-gelblichen Korbblüten.
Vorsicht: Verwechslungsgefahr
Beifuß enthält Thujon, das in größeren Mengen ungesund ist. Und die Pflanze wird oft mit dem nahe verwandten Wermut verwechselt — der ist noch bitterer und wird traditionell für Absinth verwendet. Beifuß-Tee daher nur in kleinen Mengen genießen.