Was blüht denn hier?

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Der Mantel der Madonna — und die Pflanze, die nachts Wasser perlt.
Tafel Gewöhnlicher Frauenmantel
Rosengewächse› im Stammbaum
Foto Gewöhnlicher Frauenmantel 1

Tautropfen wie Quecksilber

Wer morgens früh am Frauenmantel vorbeigeht, erlebt ein kleines Wunder: Auf den runden, gefalteten Blättern stehen Wassertropfen wie kleine silberne Perlen — sie rollen, ohne zu zerlaufen. Botanisch: Die Blätter sind extrem wasserabweisend (Lotus-Effekt) und gleichzeitig produziert die Pflanze selbst Wasser durch Guttation (Wassertransport durch die Blattadern). Mittelalterliche Alchemisten dachten, dieses „reine“ Wasser sei magisch — daher der Name „Alchemilla“.

Marienkraut

Die Form der Blätter erinnert an einen mittelalterlichen Frauenmantel mit gewelltem Saum — daher der deutsche Name. Im Mittelalter war der Frauenmantel zudem mit der Madonna verbunden („Mantel Marias“) und galt als heiliges Frauenkraut. Volksmedizin gegen Frauenleiden bis heute, vor allem als Tee bei Menstruationsbeschwerden.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Niedriger Wuchs (10–50 cm), Blätter rund, handförmig gelappt (7–11 Lappen), Rand fein gezähnt. Stängel verzweigt, Blütenstand mit vielen winzigen gelb-grünen Blüten OHNE Blütenblätter (nur Kelch). Auf den Blättern oft Wasserperlen.
Wildgemüse
Junge Blätter sind essbar — leicht herb-bitter, etwas wie Spinat mit Kresse-Note. Gut in Frühlings-Wildkräuter-Salaten, Suppen oder Smoothies.