Was blüht denn hier?

Mein Online-Bestimmungstool
‹ zur Startseite ‹ zur Übersicht
Der Garten-Erzfeind aller Hobbygärtner — und gleichzeitig wertvolles Wildgemüse.
Tafel Giersch
Doldenblütler› im Stammbaum
Foto Giersch 1

Die Pflanze, die niemand loswird

Wer einmal Giersch im Garten hat, hat ihn fast für immer. Die Pflanze breitet sich über unterirdische, kriechende Rhizome aus, die bei der kleinsten Verletzung sofort neue Triebe bilden. Pflügen, hacken, jäten — alles bringt nur Vermehrung. Selbst der Versuch, ihn mit Folien zu ersticken, scheitert oft nach Monaten. Für Hobbygärtner DER Feind Nummer 1; und doch eine Pflanze mit erstaunlich nützlichen Seiten.

Wildgemüse vom Klosterhof

Im Mittelalter wurde Giersch in Klostergärten gezielt angebaut — als Frühlings-Wildgemüse. Die jungen Blätter schmecken petersilien-möhrenartig (typisch Doldenblütler) und sind essbar, schmackhaft und nährstoffreich. Wer ihn schon im Garten hat: nicht ausreißen — ernten! Smoothies, Salate, Spinat-Ersatz, Pesto. Der Trick ist, ihn als Nahrungspflanze zu sehen statt als Unkraut.

Wissenswertes & Merksätze

Erkennen leicht gemacht
Dreigeteilte Blätter, jedes Teilblatt wieder dreigeteilt — daher die alte Bezeichnung „Dreiblatt“. Stängel hohl, kantig. Doppeldolde mit weißen Einzelblüten (ähnelt vielen anderen Doldenblütlern). Beim Zerreiben deutlich petersilien-möhren-artiger Geruch.
Heilpflanze gegen Gicht
Der lateinische Name „podagraria“ verweist auf „podagra“ = Gicht. Tatsächlich wurde Giersch jahrhundertelang gegen Gicht und Rheuma verwendet. Heilwirkung umstritten, aber als Frühjahrs-Vitamin-C-Lieferant unbestreitbar wertvoll.